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Musik im Sinne japanischer Haiku

Sommer 2004

Einführung

Hier das erste Resultat die Idee des japanischen Haiku, seine Kürze, die Verdichtung seiner Aussage bezogen auf Momente des Lebens und Erlebens mit Hilfe der neuen Möglichkeiten der elektronischen Kunstmusik ins Musikalische zu übertragen.

Haiku (oder "hokku" = Startvers einer Kette) - das ist die kürzeste Literaturform der Welt. "Haiku" entstammt dem japanischen und lässt sich in etwa mit "Kurzgedicht" übersetzen. In Japan seit etwa 400 Jahren lebendige Tradition, hat Haiku-Lyrik auch Eingang in andere Sprachräume und die Weltliteratur gefunden.

Im japanischen Original besteht ein Haiku aus drei Zeilen, insgesamt maximal 17 Silben - etwa das Mass eines Atemzuges. Die Silbenaufteilung ist fünf-sieben-fünf. Reime spielen keine Rolle, aber Alliterationen, Assonanzen und ein gewisser Silbenrhythmus.
Haiku in anderen Sprachen lassen sich selten in dieses Schema pressen, es bleiben Rhythmus und die Begrenzung auf drei Zeilen.

Ein Haiku lässt sich schwer beschreiben. Seine drei Zeilen verhindern ganz von selbst, große und lange Worte darüber zu verfassen. In seiner konkreten Knappheit sind umfangreiche Erklärungen fehl am Platz.

Zur Nacht im Herbste Zur Nacht im Herbste -
ein kleines Loch im Fenster -
spielt mir Flöte
Nodokasa ya  
Kisakata ya 2
Kisakata ya ame ni seishi ga nebu no hana (Matsuo Bashou)
Kisakata (Stadt am nördlichen japanischen Meer) im Regen verschleiert wie eine chinesische Schönheit unter dem Schlafbaum.
Harusame 1
Harusame ya kuware nokori no kamo ga naku (Kobayashi Issa)
Im Frühlingsregen quaken die überlebenden Enten (die nicht als Mahlzeit im Winter dienten)
Harusame 2  
Harusame 3  
Kisakata 1  
Musaie